Ei, was du alles glaubst! Vier Eiermythen im Faktencheck
Ei, was du alles glaubst! Vier Eiermythen im Faktencheck
Du hältst dein gekochtes Ei unter kaltes Wasser, damit sich die Schale besser löst? Ein roter Punkt im Eigelb macht dich misstrauisch? Und wenn ein Ei im Wasserglas nach oben steigt, landet es vorsichtshalber im Müll?
Manche Eiermythen halten sich hartnäckig. Schließlich haben wir vieles so gelernt und nie hinterfragt. Diesen November schauen wir bei der Erntebox genauer hin: Was stimmt wirklich, welchen Handgriff kannst du dir sparen und wann solltest du ein Ei lieber nicht mehr essen?
Vier Eiermythen auf einen Blick
- Ein roter Punkt im Ei ist kein Küken. Ein kleiner Blutfleck kann bei der natürlichen Entstehung des Eis auftreten.
- Abschrecken erleichtert das Schälen nicht zuverlässig. Wie gut sich die Schalenhaut löst, hängt vor allem vom Alter des Eis ab.
- Rohe Eier lassen sich einfrieren. Dafür müssen sie vorher aus der Schale.
- Der Wassertest zeigt das ungefähre Alter. Ob ein Ei frei von Krankheitserregern ist, verrät er nicht.
1. Roter Punkt im Ei: Ist das ein Küken?
Du schlägst ein Ei auf und entdeckst einen kleinen roten Punkt auf dem Eigelb. Vielleicht hast du dafür schon einmal das Wort „Hahnentritt“ gehört. Das klingt, als hätte ein Hahn seine Spuren hinterlassen.
Tatsächlich ist ein kleiner Blutfleck kein Hinweis auf ein befruchtetes Ei. Er kann entstehen, wenn während der Eibildung ein winziges Blutgefäß reißt. Auch kleine Gewebeteilchen können eingeschlossen werden und als bräunliche Flecken sichtbar sein.
Kann ich das Ei trotzdem essen?
Ein einzelner kleiner Blutfleck macht ein ansonsten einwandfreies Ei nicht ungenießbar. Stört dich der Anblick, kannst du ihn mit einer sauberen Messerspitze oder einem kleinen Löffel entfernen und das Ei anschließend wie gewohnt zubereiten. Allein wegen dieses kleinen Flecks musst du es nicht wegwerfen.
Das gilt ausdrücklich für kleine, klar begrenzte Flecken. Größere Blutansammlungen oder andere auffällige Einschlüsse solltest du nicht damit gleichsetzen. Solche Eier verwendest du besser nicht.
Gut zu wissen: Der Name „Hahnentritt“ erzählt eine Geschichte, die der kleine Fleck gar nicht belegt.
2. Eier abschrecken: Lassen sie sich dann leichter schälen?
Das Ei ist gekocht, der Wasserhahn läuft. Einmal ordentlich abschrecken, dann geht die Schale bestimmt leichter ab. Oder?
Leider nein. Entscheidend ist vor allem, wie frisch das Ei ist. Bei sehr frischen Eiern haftet die Schalenhaut stärker am Eiweiß. Deshalb kann beim Pellen immer wieder etwas Eiweiß an der Schale hängen bleiben. Bei etwas älteren Eiern lässt sich die Haut meist leichter lösen. Daran ändert auch kaltes Wasser wenig.
Wenn dein Frühstücksei nach dem Schälen aussieht wie eine kleine Mondlandschaft, hast du also nicht unbedingt etwas falsch gemacht. Vielleicht war es einfach besonders frisch.
Wann sollte ich auf das Abschrecken verzichten?
Vor allem dann, wenn du hart gekochte Eier aufbewahren möchtest. Beim Abschrecken können Wasser und darin enthaltene Keime durch kleine Risse oder die poröse Schale ins Ei gelangen. Das kann die Haltbarkeit verkürzen.
Lass Eier, die du später essen möchtest, deshalb ohne kalte Dusche abkühlen und bewahre sie im Kühlschrank auf.
Gut zu wissen: Abschrecken kühlt das Ei ab. Eine leicht lösbare Schale garantiert es nicht.
3. Eier einfrieren: Geht das wirklich?
Beim Backen bleibt Eiweiß übrig. Oder du hast mehr Eier aufgeschlagen, als du brauchst. Muss der Rest jetzt möglichst schnell verbraucht werden?
Rohe Eier kannst du einfrieren, allerdings ohne Schale. Verwende dafür möglichst frische Eier und arbeite mit sauberen Händen und Gefäßen.
So bereitest du sie vor:
- Eiweiß: In einen sauberen, gefriergeeigneten Behälter füllen. Es braucht keinen Zusatz.
- Ganze Eier: Aufschlagen und Eigelb und Eiweiß vorsichtig miteinander verrühren, ohne die Masse schaumig zu schlagen.
- Eigelb: Ebenfalls vorsichtig verrühren. Damit es beim Einfrieren nicht geliert, empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung je 100 Gramm Eigelb 2 Gramm Salz oder 5 Gramm Zucker. Dieselbe Zugabe wird für vermischte Eimasse empfohlen.
Ob du Salz oder Zucker nimmst, hängt davon ab, wofür du das Ei später verwenden möchtest. Beschrifte den Behälter mit Inhalt, Datum und dem jeweiligen Zusatz. Bei durchgehend minus 18 Grad Celsius nennt das BZfE eine mögliche Lagerdauer von acht bis zwölf Monaten. Das ist ein Richtwert, keine Haltbarkeitsgarantie.
Zum Auftauen stellst du den Behälter in den Kühlschrank. Verwende das aufgetaute Ei anschließend ausschließlich für Speisen, die vollständig durcherhitzt werden.
Gut zu wissen: Übrig gebliebenes Eiweiß muss nicht im Abfluss landen. Das Gefrierfach ist eine praktische Alternative.
4. Eier im Wassertest: Ist ein schwimmendes Ei verdorben?
Ein Glas Wasser, ein rohes Ei und schon weißt du, ob es noch gut ist? Ganz so einfach ist es nicht.
Der Wassertest gibt einen Hinweis auf das Alter eines Eis. Er ist kein Sicherheitstest.
Mit der Zeit verliert das Ei Feuchtigkeit und seine Luftkammer wird größer. Dadurch bekommt es mehr Auftrieb:
| Verhalten im Wasser | Was es bedeutet |
|---|---|
| Das Ei liegt flach am Boden. | Es ist vergleichsweise frisch. |
| Das Ei richtet sich auf. | Es ist bereits älter. |
| Das Ei schwimmt an der Oberfläche. | Es ist deutlich älter und hat eine größere Luftkammer. |
Ein schwimmendes Ei ist deshalb nicht automatisch nachweislich verdorben. Die Fachstellen gehen mit diesem Ergebnis allerdings unterschiedlich um: Die Verbraucherzentrale hält eine Verwendung nach Prüfung und vollständigem Durcherhitzen noch für möglich. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, an der Oberfläche schwimmende Eier nicht mehr zu essen. Für den Küchenalltag empfehlen wir dir die vorsichtige Variante: Ein oben schwimmendes Ei nicht mehr verwenden.
Und wenn das Ei unten bleibt?
Auch das ist keine Garantie für Keimfreiheit. Salmonellen lassen sich weder sehen noch riechen oder schmecken. Ein fauliger Geruch beim Aufschlagen bedeutet eindeutig, dass das Ei entsorgt werden muss. Ein unauffälliger Geruch beweist umgekehrt nicht, dass es frei von Krankheitserregern ist.
Beachte deshalb immer das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Lagerung. Nach Ablauf des MHD sollten Eier nur noch vollständig durcherhitzt verzehrt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt dafür mindestens 70 Grad Celsius für zwei Minuten im gesamten Lebensmittel. Bei gekochten Eiern müssen Eiweiß und Eigelb fest sein.
Gut zu wissen: Das Wasserglas verrät dir etwas über das Alter. Eine Freigabe zum bedenkenlosen Verzehr liefert es nicht.
Eier richtig lagern: So sind sie gut aufgehoben
Ein paar einfache Gewohnheiten helfen dir, Eier zu Hause richtig aufzubewahren:
- Nach dem Einkauf in den Kühlschrank: Lagere rohe Eier bei höchstens 7 Grad Celsius.
- Einmal gekühlt, immer gekühlt: Vermeide unnötige Temperaturwechsel.
- Vor der Lagerung nicht waschen: Wasser kann die natürliche Schutzschicht der Schale beschädigen.
- Das MHD im Blick behalten: Bewahre die Verpackung mit der Datumsangabe auf.
Und falls du dich beim nächsten Griff zum Eierkarton fragst, was eigentlich hinter der Schalenfarbe steckt: In unserem Beitrag erfährst du, warum Eier weiß oder braun sind.
Eiernachschub aus deiner Erntebox
Jetzt hast du beim nächsten Frühstück gleich ein Gesprächsthema. Und wenn im Eierkarton nur noch Platzhalter liegen: In der Erntebox bekommst du Eier vom Lieblings-Ei aus Erharting, rund um die Uhr in München und Umgebung.